Neue Musik 27.10.17

Ty Dolla $ign – Beach House 3

Ty meldet sich mit sehr unaufgeregtem Trap wieder, der vom akustischen in den Club und wieder zurück driftet. Das Genre als Treibholz in den sehr atmosphärischen Interludes wie z.B. “Famous Excuses”, die einen immer wieder auf die Insel ziehen. Bei Songs wie “Droptop in the Rain” hört man den deutlichen unterschied zwischen Ty und anderen “Mumble-Rappern”. Auf “Beach House III” wird ziemlich deutlich gesprochen, Tys Gesangseinlagen erinnern teilweise sogar eher an Chris Brown als Lil Uzi und Konsorten. Die Features wirken mit unter anderem Lil Wayne, Future, Pharrell Williams und Skrillex zwar hochkarätig, sorgen aber nicht unbedingt für ein breit gefächertes Angebot an Sounds. So enden Features mit Pharrell und Skrillex trotz anfänglicher Andeutung eines anderen Genres, wie z.B. Soul und House, meist in einer Ty-Typischen Trap-Dynamik. Da wirkt die zweite Hälfte des Albums, die größtenteils auf Solos setzt durchdachter und konzeptioneller, auch dank clever gesetzter Interludes wie “Famous Amy” und “Famous last Words“. Gute Ansätze und Features bei fehlendem Konzept und fehlendem Willen zum Verdichten der Playlist machen das Album zu einem kurzweiligen Summer-Trap-Album, im Herbst.

anhören: Droptop in the Rain, Message in a Bottle, Stare

 

Weezer – Pacific Daydream

Wenn Weezer im Herbst ein Album herausbringen bedeutet das nicht, dass es sich nicht um das nächste Sommer-Album handeln kann. Offensichtlich, denn nach dem White Album, das letztes Jahr das Comeback der Band aus Kalifornien angekündigt hat präsentiert Pacific Daydream noch poppigere Beach-Vibes, die Lust auf den ewigen Sommer machen. Ganz wie es der Titel schon vermuten lässt, soll das Album uns in unsere eigenen Gedanken entführen, uns ablenken von der dunklen Jahreszeit, die sich mit ähnlich finsteren Schlagzeilen in unser Gemüt drängt. Eskapismus, der in keiner Sekunde den Anspruch äußert, Realität zu sein. So klingen “Beach Boys“, welches fast wie ein Uptempo-“Good Vibrations” daherkommt, und “Feels Like Summer“, einer hymnenartigen Interpretation aktuellen Stadion-Pops, nicht erfrischend, weil sie wirklich etwas neu machen , sondern eher, weil sonst kaum jemand diese Töne anschlägt und die passenden Worte dazu findet. Jedenfalls ohne sich gleichzeitig in der Öffentlichkeit wie die bloße Hülle eines Menschen zu präsentieren. Die zweite Hälfte des Albums enttäuscht leider, wenn man seine Erwartungen an den ersten 5 Songs orientiert.

anhören: Mexican Fender, Beach Boys, Weekend Woman

 

Majid Jordan – The Space Between

Die Zöglinge Drakes leugnen ihren musikalischen Förderer auch im zweiten Album nicht. “Body Talk” orientiert sich dabei rhythmisch und was das Tempo angeht leider etwas zu stark an die letzten Hits des kanadischen Giganten. Treibende Beats wechseln sich auf diesem Album ab mit entspannten, souligen Stücken, die sich irgendwo zwischen The Weeknd und Drake a la “Views” einordnen lassen. Enttäuschung setzt nicht ein, aber das mag daran liegen , dass die beiden genau die Erwartungen erfüllen, die man an sie hat. Lobend muss erwähnt werden, dass mit “Phases” auch ein Schritt in Richtung dynamischerem und räumlicherem Hip-Hop gewagt wird, der sich nicht nur auf einer Ebene abspielt. Haben Hitpotential und werden sicher nicht nur meinen Winter begleiten, der große Aha-Moment bleibt allerdings aus.

anhören: Phases, Body Talk

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