Neue Musik 10.11.17

Taylor Swift – Reputation

Die ehemalige Country-Queen hat umgesattelt. Statt sanfter Liebeslider setzt Taylor jetzt größtenteils auf einen Sound, der sich in früheren Singles, wie Bad Blood, schon angedeutet hat. Düster, basslastig und weitaus dynamischer in Tempo und Stimmung versucht die junge Sängerin sich auf diesem Album neu zu vermarkten. Versucht, weil die provokante Marketing-Kampagne und das avantgardesque Design ihrer Platte samt exklusivem Magazin revolutionärer herüberkommen als der Sound selbst. “Call it what you want” und “Gorgeous” zum Beispiel klingen textlich ähnlich wie die früheren Mauerblümchen-Liebeslieder und auch musikalisch nicht sonderlich neu. Entweder liebt man es, oder eben nicht. Songs wie “Look what you made me do“, der überraschend an The Black Eyed Peas bzw. Fergie erinnert, klingen schon spannend und jedenfalls freier von Genre-Zwängen als der Rest, und auf “Ready for It” gibt es sogar Rap mit intelligentem Songwriting. Im Großen und Ganzen wird das Alnum seiner Präsentation allerdings nicht gerecht. Aber vielleicht hätte man auch nicht gleich nur wegen eines künstlerischen Begleitmagazins ein Projekt erwarten sollen, wie es ähnlich inszeniert von Frank Ocean oder Sampha umgesetzt wurde.

Evanescnece – Synthesis

Isst das verrückt, wenn man eine Stimme nur Hörern muss, und in Gedanken direkt schon anfängt ein Lied zu singen, das man grad eigentlich nicht hört. So ist das bei Evanescence Sängerin Amy Lee. Dass eine abgeänderte Version des Riesenhits “Bring me to life” auch noch auf dem neuen Album auftaucht (Bring me to Life (Synthesis)) macht es nicht einfacher, sich neu in ihren Gesang zu verlieben. Große Inszenierungen haben zwar immer noch die Spannung von früher, eine untergründige Energie, die sich nie ganz zu entfalten scheint und mit ihrem Potential Vulkane zum Ausbrechen bringen könnte. Dass man genau diesen Aufbau schon so oft gehört hat lässt allerdings die Luft raus. Mit etwas Elektronik entsteht aus dem Opus dann eine fast Steam-punkige Atmosphäre. Wer sich ihre Stimme also immer noch gern anhört und sich beim Musikhören gern epische Schlachten von Orks und Zwergen vorstellt macht mit diesem Album nichts falsch.

Yung Lean – Stranger

Leider scheint Yung Lean nicht den Anspruch zu haben, sich weiterzuentwickeln. Außer flachen Beats, “Scurr Scurr” und mittelmäßigem bis schlechtem Geasng gibt es auf diesem ALbum nicht viel neues zu entdecken. Wer auf Cloud-Rap steht, sich damit abfinden kann wenige wirklich plackende Hooks zu hören und auch nichts so viel Wert auf die Stimme legt, dem wird das Album sicherlich gefallen. Etwas enttäuschend, hätte man nach dem kometenhaften Aufstieg von Yung Lean doch erwarten können, dass sich das Produktionsniveau und die Tiefe seiner Sounds noch etwas steigern würden. Das hat schließlich sogar Money Boy geschafft.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s