Neue Musik 08.12.17

Singles

 

Moose Blood – Talk In Your Sleep

Mit einem weiteren Song, der in den eigenen Fußstapfen des letzten Albums Blush seinen Platz findet, und dabei weiterhin die Inspiration Brand New nicht verheimlicht, melden sich Moose Blood nach fast zwei Jahren wieder. Dieser Song, der ein Album für den März nächsten Jahres ankündigen soll vermischen sich nostalgisch-romantische Texte wiedereinmal mit fast dysharmonischer Gitarre. Man fühlt sich nie so ganz sicher damit, das Genre dieser band überhaupt einschätzen zu können. Das Punk-Umfeld, in dem sie sich meist finden lassen, lässt sich schonmal klar von ihnen abgrenzen. Und auch Emo als Genre scheint mehr ein Wunsch ihrer Fans zu sein, als definierbare Sound-Realität. Für mich immer noch ein spannender Mix aus emotionalem Brit-Rock und amerikanischem, schnellem Punk der frühen 0er Jahre.

 

Jeremy Loops – Waves

Einen großen Wandel im Sound kann man dafür bei Jeremy Loops neuer Single erkennen, die auch ein Album für den März anführt. Nachdem Jeremy bis jetzt sein Glück im poppigen Folk-Rock (Trading Change) mit afrikanischen Einflüssen gefunden zu haben schien, bewegt er sich jetzt in Richtung Tropical-Pop. Weniger offensichtliches Layering und Live-Sampling, obwohl man sich das alles Live noch ganz anders vorstellen kann. Einprägsame Melodien, gespielt von Gitarre oder einem kaum verortbaren Flötenlaut, für den Jeremy Live sicher ein spannendes Instrument finden wird. Etwas langsamer und doch genau so sommerlich wie die Vorgänger dieses Songs nimmt man Jeremy immer noch ab, dass er einzig und allein sein Lebensgefühl in der Musik vermitteln möchte. Wirklich ein Sommersong, den er uns hier präsentiert, mitten im Winter. Aber ein kleines bisschen südafrikanischer Sommer schafft es so auch in unsere Herzen.

 

Eminem – Untouchable

Jetzt schon ein klitzekleiner Ausblick auf das neue Album des amerikanischen Rap-Stars. Während Walk on Water mit Beyonce noch sehr poppig und radiotauglich klang, schlägt Untouchable härtere Saiten an. Eine Thematik rund um White Supremacy und Rassismus gekoppelt mit Old-School Beats und grungiger Gitarre sorgen für ein starkes Statement. Eminem nimmt die Frage nach dem Rassismus in Amerika aus mehreren Perspektiven auf und geht erwachsen an das schwierige heran. Bleibt nur zu hoffen, dass so ein Song kein Einzelfall bleibt und überhaupt an die Masse gerät.

 

Tom Grennan – I Might

Tom Grennan könnte der nächste Singer-Songwriter sein, der uns einen Top-Hit a la Hold Back the River, Another Love oder Take me To Church beschert. Mit I Might schlägt er dafür jedenfalls schonmal das richtige Tempo an. Etwas folkig und mit einigen Streichern schafft er es nur noch nicht so ganz, seine Persönlichkeit als Sänger rüberzubringen. Zu sehr klingt er noch wie die aktuelle Pop-Riege um James Arthur, die ihren Mund oft nicht weit genug aufbekommen, und dabei vergessen ihrer Stimme auch mal etwas Kraft zu verleihen.

 

Camila Cabello – Never Be the Same

Etwas irritierend ist es, das neue Pop-Musik aktuell, sobald sie das Hip-Hop/Rap-Feld um Frank Ocean, Kendrick Lamar, Tyler The Creator, Drake, Sampha und Co. verlässt nicht viel mehr zu kmachen scheint, als zu imitieren. Während im einen Genre die Innovationsrate mit der Popularität exponentiell steigt, klingt dieser Song so, als hätten Demi Lovato oder Miley Cyrus ihn vor 2 Jahren schon inszenieren können. Ganz abgesehen davon, dass diese Art des Pops momentan interessantere Vertreter hat, wie z.B. Selena Gomez. Die Schiene des Moralapostel-Pop, auf der Camila höchstens noch als Anhänger von Macklemore mitfahren kann, überzeugt hier leider auch nicht. Havana war besser und individueller.

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