Neue Musik 29.12.17+05.01.18

Nicht ungewöhnlich, dass zwischen den Jahren wenig neue Musik, definitiv aber wenig neue Alben veröffentlicht werden. Den Weihnachtsmarkt verpasst und eine gelegte Stimmung, die kaum in einen Sound zu fassen ist, verzichten Käufer und Künstler häufig auf den Aufwand, in diesen zwei Wochen etwas neues ins System laufen zu lassen.

Alben:

Juicy J – Rubba Band Business

Trotzdem gibt es dieses Album, das am 29.12. veröffentlicht wurde und kaum schlechter in die Jahreszeit passen könnte. Ob Juicys Management schlicht vergessen hat, ihm klarzumachen, dass in dieser Zeitspanne wenig zu holen ist kann wohl niemand sicher sagen. Deswegen sollte man an dieser Stelle wohl einen Blick auf die Musik werfen. Etwas dramatischer Hip-Hop, der zwischen Trap und Oldschool pendelt (Feed the Streets) und dabei einen Viral-Hit von 2015 samplet (Tuesday – Young Thug). In A Couple wird dann auch gleich der nächste Rap-Trend aufgegriffen, Xanax und Weed. Eine Droge, die im amerikanischen Soundcloud-Hip-Hop von Tag zu Tag mehr Sucht- und Todesopfer fordert. Juicy Js Stimme klingt erfrischenderweise nicht so betäubt wie die anderer Szene-Vertreter wie Lil- Pump, Xan, Yachty, Skies. Uninteressante und fast amateurhafte Tracks wie Dodgin’ the Snakes und Buckets wechseln sich ab mit interessant gesampelten Tracks wie Flood Watch feat. Offset und No English feat. Travis Scott. Features scheinen Juicy J gut zu tun. Der 42-Jährige Rapper wird mit diesem Album keinen Preis gewinnen, was einerseits an seinem etwas anachronistischen Verständnis von Pop-Kultur im Hip-Hop liegen mag, andererseits aber auch an dem größtenteils erfolglosen Versuch, Old-School natütlich in ein Milieu von Trap und Grime fließen zu lassen.

anhören: Flood Watch, Feed the Streets

 

Singles:

Justin Timberlake – Juicy J

Vielleicht stand Justin Timberlake vorm Spiegel und hatte einen Geistesblitz. Vielleicht dachte er, das absolute Crossover der letzten Jahre gefunden zu haben. Zwei Genres, die mit ihren wellenartigen und verzerrten Strukturen nahtlos ineinander übergehen würden. Und dieser unwahrscheinlichen Begegnung mit sich selbst haben wir zu verdanken, dass Dubstep und Funk jetzt in einem Song koexistieren und Justins stöhnenden Gesang begleiten, der nur von zersetzten Synths und einen Gitarren-Solo unterbrochen wird. Noch ein bisschen die Stimme cutten und Echo drauf, fertig ist der schlechteste Song dieses Jahres. Und dass man am 05.01. schon so etwas vermuten mag, soll schon einiges heißen. Der Song endet übrigens so, als hätte er selbst keinen Bock mehr auf sich.

anhören: nicht

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