Neue Musik 16.03.

Alben:

 

Lil Yachty – Lil Boat 2

Lil Yachty ist zurück, und das in Höchstform. Nach seinem überladenen Album “Teenage Emotions” aus dem letzten Jahr ist der Autotune-King mit “Lil Boat 2” wieder ins Mixtape-Game eingetreten. Minimalistischer, atmosphärischer Trap-Rap, der mit den verrücktesten Adlips geschmückt ist. Einen so minimalistischen Beat, wie man ihn in “TALK TO ME NICE” hört, bekommt man kaum noch von einem der großen Autotune-Rapper serviert. Quavo scheint sich in diesem Sound trotzdem wohl zu fühlen. “she ready” feat. PnB Rock greift endlich wieder den aus “Lil Boat” bekannten Vibe auf, der höchst rhstmisch und mit minimalen melodischen Ausschmückungen eingängig ist und Spaß macht. Sonst vereint Lil Yachty noch mit Lil Pump, Offset und Ugly God Rap-Größen auf mittelmäßigen Tracks, die zu jedem wenig durchdachten Mixtape heutzutage aber dazugehören zu scheinen. Das letzte Highlight liefert ein Feature mit Trippie Redd. “66” ist dabei wieder Trap in Reinform, gepaart mit dem typischen Yachty-Vibe. Lil Boat 2 bietet nicht viel Interpretationsspielraum oder Anlass zur näheren Beschäftigung mit den Songs, da es musikalisch und inhaltlich genau so belanglos ist, wie ein Großteil der aktuellen amerikanischen Szene. Macht aber trotzdem Spaß.

anhören: TALK TO ME NICE, 66, she ready

 

Lil Skies – Good Grades, Bad Habits Vol.2

Lil Skies ist auch zurück, verrückt wie viel diese Soundcloud-Rapper raushauen. Skies, der apokalyptische und düstere Vamp-Newcomer liefert mit diesem Mixtape aber definitiv einen Grund für ein so schnelles Comeback. Weniger Autotune und Atmosphäre und mehr Oldschool, tatsächlicher Rap und Experementierfreudigkeit machen dieses Projekt nämlich abwechslungsreicher als “Life Of A Dark Rose”. Mehr Adlips und ein aggressiverer Rapstil, der überhaupt erstmals wirklich Skies Stimme erkennbar werden lässt finden sich so zum Beispiel auf “Twenty-Sixteen”, “Palace” und “I Know”. Ob man noch einen “Scurr” rufenden Jüngling mit Reichtums-Fantasien gebrauchen kann ist eine andere Frage, denn die Abwechslung, die dieses Tape bietet, verliert relativ schnell an individuellen Sounds. Skies verliert relativ schnell die Authentizität, nachdem er sich auf Dark Rose als nachdenklicher Endzeit-Poet darstellte. “Always Lit” liefert noch einen sehr interessanten Beat ab, der fast Western-Flair hat, mehr als ein kurzweiliger Ausflug ist das Tape dann aber, entgegen des ersten Eindrucks, doch nicht.

anhören: Always Lit, Some Kind Of Love

 

Singles:

The Chainsmokers – Everybody Hates Me

Beeindruckend wie die Chainsmokers es mit jedem weiteren Release schaffen, noch unausstehlicheren Pop mit Poetenfassade abzuliefern. Verirrte Akustikgitarren schleppen sich durch den Morast aus prätentiösen Versuchen, dem Tequila-Trinken eine tiefere Bedeutung zu verleihen, in Richtung eines Drops, der schon lange gelutscht ist. Nach “Sick Boy” gelingt es den Chainsmokers mal wieder einen Party-Hit herauszubringen, der von ihren Fans als tiefgründiges musikalisches Experiment gefeiert werden kann, nur weil Gitarren drin vorkommen oder man ein echtes Piano hören kann. Man fühlt sich vielleicht verstanden oder zugehörig, wenn man ihre Songs auf einer Party hört, aber dies ist nicht der Versuch wirkliche Sorgen in Musik auszudrücken. Dies ist nur der Versuch Sorgen, mit denen jeder zwischen 15 und 25 connecten kann in möglichst radiotauglichen House-Hits zu verpacken.

Rivers Cuomo – Medicine for Melancholy

Rivers Cuomo, der Sänger der Weezers singt mit seiner junggebliebenen Stimme über das, was er am besten kann. Melancholie und Euphorie, in der Musik, die man am ehesten an der amerikanischen Westküste verorten würde, vereint. Dieses mal fehlen die Gitarren etwas, sonst verfehlt Cuomo aber nicht die Wirkung, die er mit dieser Single wohl erzielen wollte. Aber doch lieber erstmal “Pacific Daydream” anhören, falls man das nicht eh schon gemacht hat. Wenn man Cuomo “Damdidididididam” singen hört, kommt nämlich wirklich schnell die Frage auf, warum man nicht einfach Weezer hört.

 

 

 

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