Neue Musik 30.03.

EPs

The Weeknd – My Dear Melancholy,

Abel Tesfaye aka The Weeknd kehrt nach “Starboy” und seinen Gastauftritten auf dem Soundtrack zu Black Panther wieder mit neuer Musik zurück. In Form einer EP, und das kennen eingefleischte Fans von “Thursday”, “House Of Balloons” und “Echoes Of Silence” nur zu gut, geht Abel mit diesen 6 Songs altbekannte Wege. Wie von vielen Fans nach Veröffentlichung des Titels erwartet geht The Weeknd nämlich wieder die Wege eines einsamen Melancholikers, der umgeben von minimaler Inszenierung in engelsgleicher stimme sein Leiden bekundet. Die Leiden des jungen Abel beschäftigen sich dieses mal größtenteils mit einer endenden Beziehung. Musikalisch begleitet werden diese auf My Dear Melancholy, von einer Lo-Fi-Mischung Abels bisheriger Auftritte. Auf “Hurt You (feat. Gesaffelstein)” zum Beispiel, nach Daft Punk ein weiteres Feature mit einem französischen DJ, werden 80s-808s ähnlich wie auf Starboy mit dem Pacing von Kiss Land verbunden. Melodisch erinnert vieles an Beauty Behind The Madness, von der zweiten Hälfte von “Hurt You” bis zur verzerrten Stimme in “Call Out My Name”. “I Was Never There (feat. Gesaffelstein” liefert eher urbane Vibes und bietet einen dramatischen Prolog zu “Hurt You”. Mit “Privilege” gelingt ein Abschluss, der so auf keinem der beiden Vorangegangenen Alben Platz gefunden hätte. Weltmännische Einsamkeit und Melancholie, die sich viel mehr wie Fernweh nach der Vergangenheit, als bestandsloses Sinnieren anfühlt, machen diesen Song und die gesamte EP aus. Ob “My Dear Melancholy,” ein eigenständiger Liebesbrief an die eigene Trauer sein soll, oder die Geschichte noch weiter erzählt wird, wagt man kaum zu vermuten. Mit “Trilogy” ist es Abel Tesfaye ja schon einmal gelungen, mehrere Kurzprojekte zu enem Opus zu kombinieren. Man darf gespannt sein.

anhören: am besten alles

 

LPs

 George Ezra – Staying at Tamaras

Apropos Singer Songwriter, George Ezra, der vor ein paar Jahren mit “Budapest” den ein oder anderen Sommer musikalisch untermalt haben dürfte ist mit einem ganzen neuen Album am Start. Im Gegensatz zu vielen anderen Solokünstlern, die sich mit der Zeit immer weiter Richtung popkultureller Hitmaschine entwickeln, da seien mal Taylor Swift und Ed Sheeran als Musterbeispiele genannt, liefert George Ezra ein Album ab, das vom Understatement genau wie von einer Authentizität lebt, die den scheinbaren Superstar in einem ganz neuen Licht erscheinen lässt. Lieder wie “Saviour (feat. First Aid Kit)”, “Pretty Shining People” und “Hold My Girl” regen auch ohne repititiven Refrain zum mitsummen an, auch wenn dabei kaum die tiefe Tonlage Ezras erreicht werden dürfte. Vielleicht kann Willie ja so tief summen, haha. Schlechter Witz beiseite, das zweite Werk des Briten kommt sympathisch rüber und wird auch dieses Jahr einige Sommer begleiten. Dieses Mal villeicht sogar am Stück und nicht nur als Single-Auskopplung.

 

 

Singles

Shawn Mendes – In My Blood/Lost In Japan

Jeder hat schon mal von den jungen Deutschpoeten gehört, die in der allgemeinen Wahrnehmung ungefähr so präsent sind und ambivalent betrachtet wie Bubble Tea im Jahr 2013, oder wann gab es den Hype nochmal? Die einen lieben es, weil es Spaß macht und witzig ist, die anderen findens albern, überzuckert und etwas unnötig. Shawn Mendes ist kein junger Deutschpoet, aber “In My Blood” könnte mit ein paar deutschen Texten auch gut auf einem Album von Philipp Dittberner oder Tim Bendzko auftauchen. Leider etwas belanglos und beinahe zermürbend anspruchslos humpelt der Beat wie ein verletztes Pummeluff zum nächsten Pokemon-Center, das mit seinem Gesang sogar Schwester Joy in den Schlaf wiegt. Aber genug Zerriss, ganz fair wäre das nämlich auch nicht. Mit “Lost In Japan” ist Shawn Mendes in den Fußspuren von Jason Mraz, Justin Timberlake und John Mayer ein gefühlvoller Hybrid aus Swing, Funk, Singer-Songwriter und souligem Rock gelungen, Der Beginn erinnert noch etwas an das runde, pinke Pokemon, entwickelt sich aber schnell weiter. Zum Glück nicht zu einem Knuddeluff sondern einem eingängigen Stück, das auch bei Kritikern des jungen Künstlers in der Playlist landen könnte.

 

CHVRCHES – Never Say Die

Die neue Single des schottischen Trios wirkt sehr bunt, künstlich und etwas überladen. Farbenfroh für die einen, wird es bei den anderen nur Reizüberflutungen hervorrufen, die irgendwo zwischen euphorischem Stroboskop-Licht und manischer Laser-Show liegen. Definitiv nicht für jeden was, aber wer die drei Schotten schon immer gern in seiner eigens angemieteten Industrial-Hall einer großen Menge an Electro-Pop hörenden Hipstern vorgsepielt hat, wird damit auch nicht aufhören. Das Album “Love Is Dead” könnte trotzdem noch einige interessante Tracks verbergen, abwarten ist angesagt.

 

 

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